Duschgel im Winter: Umstellung für die Heizperiode

Von der Redaktion · So arbeiten wir · Aktualisiert am

Im Winter verliert die Haut durch trockene Heizungsluft, Kälte und längere, heißere Duschen deutlich mehr Feuchtigkeit als im Sommer. Wer schon im Herbst auf ein milderes Produkt wie Duschcreme oder Duschöl umsteigt, die Wassertemperatur moderat hält und direkt nach dem Duschen eincremt, beugt Spannen, Schuppen und Winterjucken am wirksamsten vor. Das Sommer-Duschgel kannst du für Sport und Frischekick behalten.

Warum die Haut im Winter leidet

Kalte Außenluft kann wenig Feuchtigkeit halten. Wird sie in Innenräumen aufgeheizt, sinkt die relative Luftfeuchte oft auf 30 Prozent oder darunter. Die Haut gibt dann über die Oberfläche mehr Wasser an die Umgebung ab. Gleichzeitig drosselt Kälte die Talgproduktion und die Durchblutung der Haut. Draußen kommen Wind und Temperaturwechsel hinzu.

Dazu verändert sich das Duschverhalten: Das heiße Wasser fühlt sich nach einem kalten Tag besonders gut an, und viele bleiben länger unter der Dusche. Beides löst mehr Lipide aus der Hornschicht. Das Ergebnis ist die typische Winterhaut mit Spannen an Schienbeinen und Unterarmen, feinen Schuppen und abendlichem Juckreiz. In ausgeprägter Form sprechen Hautärzte vom Exsikkationsekzem, einer Entzündung durch Austrocknung, die sich oft an den Unterschenkeln als feines Rissmuster zeigt.

Die Winter-Umstellung in vier Schritten

  1. Temperatur prüfen: Stelle den Thermostat auf etwa 36 bis 38 °C und widerstehe dem Drehen nach oben. Wer friert, wärmt sich besser vorher mit Bewegung oder einem warmen Getränk.
  2. Dauer begrenzen: Fünf bis zehn Minuten. Ein kurzer kühler Abschluss ist möglich, bei sehr trockener Haut aber kein Muss.
  3. Produkt wechseln: Vom klaren Gel zur Duschcreme oder zum Duschöl, siehe Tabelle unten.
  4. Pflege direkt danach: Lotion oder Creme innerhalb weniger Minuten auf die noch leicht feuchte Haut. Im Winter ruhig etwas reichhaltiger als im Sommer.

Die Grundregeln für Temperatur, Dauer und Reihenfolge erklärt der Ratgeber richtig duschen. Ob du im Winter seltener duschen solltest, beantwortet wie oft duschen.

Welches Produkt im Winter zu deiner Haut passt

Hautgefühl im WinterEmpfohlene ProduktartIm INCI suchen
Kaum VeränderungGewohntes Duschgel, eventuell milder dosiertGlycerin weit vorne
Leichtes SpannenDuschcremePflanzenöle, Sheabutter, Glyceryl Oleate
Deutliches Spannen, SchuppenDuschöl oder Urea-DuschgelÖle als Hauptbestandteil oder Urea
Juckreiz, rissige StellenParfümfreies Duschöl, medizinisches SyndetPolidocanol, Urea, keine Duftstoffe
Neurodermitis-NeigungMedizinische Duschöle nach ärztlicher AbspracheRückfettende Öle, parfümfrei

Zwei Beispiele für die Winterumstellung: Wer eine Cremedusche sucht, findet mit der Dove Pflegedusche eine weit verbreitete Option. Für sehr trockene Haut ist das Bioderma Atoderm Duschöl eine parfümfreie Apotheken-Alternative. Mehr Produkte mit Erklärungen findest du im Ratgeber Duschgel für trockene Haut.

Tipp: Duschöle machen Wanne und Duschboden rutschig. Eine rutschfeste Matte gehört im Winter ins Bad, besonders für ältere Menschen und Kinder.

Mehr als nur Duschgel: der Winter-Check

Sauna und Winterhaut

Viele gehen im Winter häufiger in die Sauna. Das kann wohltuend sein, belastet die Haut aber zusätzlich durch Hitze, Schwitzen und mehrfaches Abduschen. Dusche zwischen den Gängen nur mit Wasser, verwende Duschgel lediglich vor dem ersten Gang und creme dich nach dem letzten Gang ein, sobald die Haut aufgehört hat zu schwitzen.

Wann zurück zum Sommer-Duschgel?

Sobald im Frühjahr die Heizung ausbleibt und die Haut nach dem Duschen nicht mehr spannt, kannst du wieder auf ein leichteres Gel wechseln. Viele nutzen beides parallel: Duschöl für die Ganzkörperdusche, ein frisches Gel nach dem Sport. Eine Übersicht aller Formate bietet der Bereich Duschgel-Arten, die direkte Entscheidungshilfe gibt Duschgel oder Duschöl.

Wann zum Arzt: Wenn sich trotz milder Produkte und Pflege gerötete, schuppende Herde bilden, die Haut an den Unterschenkeln rissig wird und nässt oder der Juckreiz den Schlaf stört, solltest du das hautärztlich abklären lassen. Ein Exsikkationsekzem lässt sich gut behandeln, braucht aber manchmal kurzzeitig eine entzündungshemmende Therapie.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich auf Winterpflege umstellen?

Am besten, sobald die Heizperiode beginnt, meist im Oktober. Wer wartet, bis die Haut spannt und juckt, braucht länger, bis sich die Barriere wieder erholt hat.

Ist Duschöl im Winter besser als Duschcreme?

Bei sehr trockener Haut meist ja, denn Duschöle hinterlassen mehr Lipide auf der Haut. Für leicht trockene Haut reicht oft eine Duschcreme, die sich zudem eher wie ein gewohntes Duschgel anfühlt.

Warum juckt meine Haut im Winter vor allem abends?

Abends ist die Haut nach einem Tag in Heizungsluft am trockensten, und im Bett wird sie warm, was Juckreiz verstärkt. Eincremen nach der Abenddusche und ein kühles Schlafzimmer helfen.

Brauchen Männer im Winter andere Pflege?

Die Grundregeln gelten für alle. Männerhaut hat zwar oft etwas mehr Talg, die Schienbeine und Unterarme trocknen im Winter aber genauso aus. Viele Männer-Duschgele sind eher frisch und entfettend formuliert, ein Wechsel auf mildere Produkte lohnt sich auch hier.

Kurz gesagt: Mit Beginn der Heizperiode lauwarm und kurz duschen, auf Duschcreme oder Duschöl wechseln und direkt danach eincremen. Luftfeuchte und Kleidung mitdenken – und bei hartnäckigem Juckreiz ärztlich nachsehen lassen.

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