Duschgel-Lexikon – Begriffe von A bis Z
Dieses Lexikon erklärt die Begriffe, die dir auf Duschgel-Etiketten, in INCI-Listen und in Werbeversprechen begegnen – jeweils in zwei, drei Sätzen. Wo es einen ausführlichen Ratgeber gibt, führt dich ein Link direkt dorthin. Wenn du eine konkrete Zutatenliste entschlüsseln willst, beginne am besten mit der Anleitung INCI lesen Schritt für Schritt.
A–C
Aloe vera: Gel aus dem Blattinneren von Aloe barbadensis, im INCI meist „Aloe Barbadensis Leaf Juice“. Bindet über Polysaccharide Feuchtigkeit; im Duschgel ist der Effekt mild. Mehr unter Aloe-vera-Duschgel.
Aminosäuretenside: Waschsubstanzen, deren wasserliebender Teil aus einer Aminosäure besteht, etwa Sodium Cocoyl Glutamate oder Sodium Lauroyl Sarcosinate. Sie gelten als besonders mild.
Amphotere Tenside (Amphotenside): Tenside, deren Ladung vom pH-Wert abhängt, z. B. Cocamidopropyl Betaine. Sie werden als Co-Tensid eingesetzt und machen kräftige Haupttenside hautverträglicher.
Anionische Tenside (Aniontenside): Negativ geladene Tenside mit starker Reinigung und viel Schaum. Dazu zählen Sulfate wie SLES, aber auch milde Vertreter wie Isethionate und Glutamate.
Antioxidans: Schützt Öle und Duftstoffe vor dem Ranzigwerden, etwa Tocopherol (Vitamin E). Im Duschgel dient es vor allem der Produktstabilität.
Ätherische Öle: Flüchtige Pflanzenöle, z. B. Lavendel-, Zitronen- oder Teebaumöl. Sie duften und haben teils antimikrobielle Eigenschaften, enthalten aber deklarationspflichtige Allergene wie Linalool oder Limonene.
Betain: Kurzform für Cocamidopropyl Betaine oder Coco-Betaine, das meistverwendete Co-Tensid. Es stabilisiert den Schaum und verbessert die Verträglichkeit.
Ceramide: Lipide, die rund die Hälfte des „Mörtels“ zwischen den Hornzellen bilden. Im INCI etwa als Ceramide NP, AP oder EOP. Mehr unter Ceramide im Duschgel.
Challenge-Test (Belastungstest): Laborprüfung, bei der ein Produkt gezielt mit Keimen beimpft wird. So wird nachgewiesen, dass die Konservierung ausreicht.
CI-Nummer: Kennzeichnung von Farbstoffen nach dem Colour Index, z. B. CI 42090 (blau) oder CI 77266 (Rußschwarz). Farbstoffe dürfen am Ende des INCI in beliebiger Reihenfolge stehen.
Coco-Glucoside: Zuckertensid aus Kokosfettalkohol und Glucose. Sehr mild, gut abbaubar, typisch für Naturkosmetik.
Cremedusche: Duschprodukt mit höherem Anteil an Ölen oder Rückfettern, oft milchig-opak. Hinterlässt ein weicheres Hautgefühl als ein klares Gel; Details unter Duschcreme.
D–H
Dermatologisch getestet: Das Produkt wurde unter dermatologischer Aufsicht an Probandinnen und Probanden geprüft. Wie viele Personen und mit welchem Ergebnis, ist nicht geregelt – siehe Duschgel-Siegel.
Duftstoffallergene: Einzelne Duftbestandteile, die in Rinse-off-Produkten ab 0,01 % gesondert im INCI stehen müssen, etwa Limonene, Linalool, Citronellol oder Geraniol. Die Liste wurde durch VO (EU) 2023/1545 deutlich erweitert.
Duschöl: Reinigungsprodukt mit hohem Ölanteil und wenig Tensid, das beim Kontakt mit Wasser emulgiert. Für sehr trockene Haut; mehr unter Duschöl.
Emollient: Englischer Fachbegriff für Stoffe, die die Haut weich und geschmeidig machen, etwa Öle, Butter oder Fettalkohole.
Feuchthaltemittel (Humectant): Stoffe, die Wasser binden, z. B. Glycerin, Urea, Panthenol oder Hyaluronsäure.
Formaldehydabspalter: Konservierer, die nach und nach geringe Mengen Formaldehyd freisetzen, etwa DMDM Hydantoin. Sie können Kontaktallergien auslösen und sind in Duschgelen selten geworden.
Glycerin: Das wichtigste Feuchthaltemittel in Kosmetik, im INCI als Glycerin. Steht es vor Parfum, ist es in relevanter Menge enthalten; mehr unter Glycerin im Duschgel.
Hautbarriere: Die äußerste Hautschicht aus Hornzellen und Lipiden, die Wasserverlust und das Eindringen von Reizstoffen verhindert. Tenside und heißes Wasser können sie schwächen.
Hyaluronsäure: Wasserbindender Mehrfachzucker, im INCI meist Sodium Hyaluronate. Im abspülbaren Duschgel eher ein Hautgefühl-Effekt; siehe Hyaluron-Duschgel.
I–M
INCI: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients – die einheitliche Benennung aller Inhaltsstoffe, in absteigender Konzentration aufgelistet. Unter 1 % ist die Reihenfolge frei.
Isethionate: Milde anionische Tenside wie Sodium Cocoyl Isethionate. Basis vieler Syndet-Stücke und Waschlotionen.
Kationische Tenside: Positiv geladene Tenside, die kaum reinigen, aber auf Haut und Haar haften, z. B. Behentrimonium Chloride. Typisch für Spülungen, im Duschgel selten.
Konservierungsstoffe: Schützen wasserhaltige Produkte vor Keimen. In der EU ist nur eine festgelegte Liste mit Höchstmengen erlaubt; Überblick unter Konservierungsstoffe im Duschgel.
Kühlstoffe: Substanzen wie Menthol oder Menthyl Lactate, die Kälterezeptoren aktivieren, ohne die Haut abzukühlen. Mehr unter Menthol-Duschgel.
Leave-on: Produkte, die auf der Haut verbleiben, etwa Bodylotion. Für sie gelten oft strengere Grenzwerte als für Rinse-off-Produkte.
Lipide: Sammelbegriff für Hautfette wie Ceramide, Cholesterin, Fettsäuren und Talg. Zu starke Reinigung entzieht sie der Haut.
Methylisothiazolinone (MI): Konservierer mit hohem Allergiepotenzial. In Leave-on-Kosmetik verboten, in Rinse-off-Produkten höchstens 0,0015 %.
Mikroplastik: Feste synthetische Polymerpartikel unter 5 mm. Mikroperlen in Rinse-off-Produkten sind seit Oktober 2023 verboten (VO (EU) 2023/2055); siehe Duschgel ohne Mikroplastik.
Milchsäure: Alpha-Hydroxysäure (AHA), im INCI Lactic Acid. In kleiner Menge pH-Regulator, in höherer Dosis mildes chemisches Peeling.
Mizellen: Kugelförmige Zusammenschlüsse von Tensidmolekülen, die Fett und Schmutz einschließen und abspülbar machen.
N–P
Naturkosmetik: Nicht gesetzlich definiert. Verlässlich sind Siegel wie NATRUE oder COSMOS, die Rohstoffe und Verarbeitung vorgeben; mehr unter Naturkosmetik-Duschgel.
Niacinamid: Vitamin B3, im INCI Niacinamide. Unterstützt die Barrierefunktion und die körpereigene Ceramidbildung.
Nichtionische Tenside: Ungeladene, sehr milde Tenside, vor allem Zuckertenside wie Decyl Glucoside oder Lauryl Glucoside.
Panthenol: Provitamin B5, im INCI Panthenol oder D-Panthenol. Bindet Feuchtigkeit und wirkt beruhigend.
PAO (Period after Opening): Symbol eines geöffneten Tiegels mit Zahl und „M“. Gibt an, wie viele Monate ein Produkt nach dem Öffnen verwendbar ist; mehr unter Duschgel-Haltbarkeit.
Parabene: Konservierer wie Methylparaben. Gut verträglich und streng reguliert, einige Varianten sind seit 2014 verboten.
Parfum: Sammelbezeichnung für die gesamte Duftmischung. Einzelne Allergene müssen zusätzlich genannt werden; parfümfreie Alternativen unter Duschgel ohne Duftstoffe.
PEG-Verbindungen: Polyethylenglykol-Derivate, z. B. PEG-7 Glyceryl Cocoate als Rückfetter oder PEG-150 Distearate als Verdicker. Gut verträglich, in Naturkosmetik nicht erlaubt.
pH-Wert: Maß für sauer oder basisch. Haut liegt bei etwa 4,7–5,75, Seife bei 9–10; mehr unter pH-Wert im Duschgel.
Polyquaternium: Kationische Polymere (z. B. Polyquaternium-7 oder -10), die das Hautgefühl glätten. Sie sind flüssig bzw. gelöst und fallen deshalb nicht unter die EU-Beschränkung für Mikroplastik-Partikel.
R–S
Rinse-off: Produkte, die nach kurzer Einwirkung abgespült werden, etwa Duschgel oder Shampoo. Wirkstoffe haben hier nur wenig Zeit zu wirken.
Rückfetter: Stoffe, die beim Waschen einen Teil der gelösten Hautfette ersetzen, z. B. Glyceryl Oleate, PEG-7 Glyceryl Cocoate oder pflanzliche Öle.
Säureschutzmantel: Der leicht saure Film auf der Hautoberfläche aus Schweiß, Talg und Stoffwechselprodukten. Ausführlich unter Säureschutzmantel.
Salicylsäure: Beta-Hydroxysäure (BHA), die fettlöslich ist und in Poren wirkt. Eingesetzt bei Körperakne und Schuppen.
Seife: Salze von Fettsäuren, entstanden durch Verseifung von Fetten mit Lauge. Im INCI etwa Sodium Cocoate oder Sodium Olivate; pH meist 9–10.
Sheabutter: Pflanzliches Fett aus der Nuss des Karitébaums, im INCI Butyrospermum Parkii Butter. Klassischer Rückfetter in Cremeduschen.
SLS (Sodium Lauryl Sulfate): Stark reinigendes Aniontensid, das die Haut bei längerem Kontakt reizen kann. Dient in Studien als Referenzsubstanz für Hautreizung.
SLES (Sodium Laureth Sulfate): Ethoxylierte Variante von SLS. Deutlich milder und das häufigste Haupttensid in Duschgelen; mehr unter Duschgel ohne Sulfate.
Syndet: Kunstwort aus „synthetisches Detergens“. Seifenfreie Waschsubstanz, meist auf hautsauren pH eingestellt; siehe Syndet-Duschgel.
T–Z
Teebaumöl: Ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia mit antimikrobiellen Eigenschaften. Oxidiert es, steigt sein Allergiepotenzial deutlich.
Tenside: Waschaktive Moleküle mit wasser- und fettliebendem Ende. Die Klassen und ihre Milde erklärt Tenside im Duschgel.
TEWL: Transepidermaler Wasserverlust, also Wasser, das durch die Haut verdunstet. Ein hoher Wert zeigt eine geschwächte Barriere an.
Totes-Meer-Salz: Magnesium- und kaliumreiches Salz, im INCI oft Maris Sal. Begleitpflege bei trockener und schuppiger Haut.
Urea: Harnstoff, ein natürlicher Feuchtigkeitsfaktor der Haut. Bindet Wasser und löst in höherer Konzentration Schuppen; mehr unter Urea-Duschgel.
Vegan: Ohne tierische Inhaltsstoffe wie Honig, Lanolin oder Milchproteine. Sagt nichts über Tierversuche aus – dafür gibt es eigene Siegel.
Verdicker: Sorgen für die Gel-Konsistenz, etwa Sodium Chloride (Kochsalz) in Sulfat-Gelen oder Xanthan Gum in sulfatfreien Formeln.
Waschaktivsubstanz (WAS): Gesamtanteil aller Tenside in einem Produkt. Die Angabe ist freiwillig und findet sich vor allem bei Apothekenprodukten.
Zuckertenside: Alkylpolyglucoside wie Coco-, Decyl- oder Lauryl Glucoside. Nichtionisch, sehr mild, schäumen weniger als Sulfate.
Häufige Fragen
Warum stehen im INCI so viele englische und lateinische Namen?
Die INCI-Nomenklatur ist international einheitlich, damit Inhaltsstoffe in jedem Land gleich heißen. Pflanzenstoffe tragen ihren botanischen Namen, chemische Stoffe meist eine englische Bezeichnung. So kannst du auch im Urlaub Produkte vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Waschlotion und Duschgel?
Rechtlich keiner, beides sind Reinigungsprodukte. „Waschlotion“ wird oft für seifenfreie, hautsaure Apothekenprodukte verwendet, die Formulierungen überschneiden sich aber stark. Die Gegenüberstellung findest du unter Waschlotion oder Duschgel.
Welche Begriffe sind reine Werbung?
Ungeschützt und wenig aussagekräftig sind etwa „Detox“, „natürlich“ ohne Siegel, „pH-neutral“ ohne Zahl oder „klinisch bewiesen“ ohne Studienangabe. Konkrete INCI-Namen und Prozentangaben sind verlässlicher.
Kurz gesagt: Wer ein Dutzend Kernbegriffe kennt – Tensidklassen, Rückfetter, Feuchthaltemittel, Parfum, Konservierer und pH-Wert –, kann fast jedes Duschgel-Etikett einordnen. Für die konkrete Auswahl hilft dir die Duschgel-Kaufberatung.